Woher kommen Ängste
Mit der Angst ist es so eine Sache. Jeder, der die eine oder andere Phobie oder auch nur Angstzustände gegen etwas entwickelt hat, kann mir wahrscheinlich bestätigen, das gegen so ein Gefühl anzukämpfen schwierig bis unmöglich ist, so erscheint es zumindest den Betroffenen in manchen Situationen. Aber woher kommen diese Ängste?
Ängste sind uns nicht angeboren. Das erklärt auch den warum man immer wieder von dramatischen Vor- und Unfällen mit Kindern in den Medien lesen. Sei es der Griff auf die heiße Herdplatte, der Sturz durch ein zu schnelles in die Kurve Fahren mit dem Fahrrad oder in ganz schlimmen Fällen der Sturz durch offene Fenster. Kinder kennen noch keine Ängste, woher auch? Ängste sind schließlich die Summe aus allen eigenen, erlebten Erfahrungen und durch Übertragung, also den erzählten oder gehörten Erfahrungen von anderen. Zum Teil auch bewusst beigebracht, wie „man streichelt keine Löwen, Löwen sind gefährliche Raubtiere“. Und so erleben wir auch das Entstehen der Ängste vor Hunden in unserer Gesellschaft.
Auch übertragene Ängste sind legitim und müssen ernst genommen werden
Leider tragen gerade die Medien, wie Online-Medien oder Soziale Medien einen großen Teil der Verantwortung dafür, dass sich in Teilen unserer Gesellschaft eine regelrechte Kynophobie breit macht. Die wenigsten Menschen, die eine solch ausgeprägte Angst von Hunden haben und sich dadurch einen generellen Leinenzwang und am liebsten oben drauf noch einen Maulkorbzwang, bis hin zu einem generellen Hundehalteverbot und damit die völlige Auslöschung eines sich über Jahrtausende entwickelten Zusammenlebens zwischen Hund und Mensch wünschen, haben selbst oft keine schlechten Erfahrungen mit Hunden gemacht sondern Ihre Angst durch Übertragung entwickelt. Aber bekannter Weise ist es so, dass dort, wo die Freiheit des Einen beginnt, die des Anderen endet. In unserem Fall kollidieren damit die Interessen des verantwortungsvollen Hundehalters, der bei aller gebotenen Vorsicht seinen vierbeinigen Begleiter eine artgerechte Lebensweise wünscht, zu der auch der eine oder andere Kilometer Freifolge gehört (ohne Leine – und nein, eingezäunte, kleinstrukturierte Hundewiesen sind keine tierschutzkonforme Alternative dazu) und jene Interessen des kynophoben Mitmenschen, den eine Panikattacke bis hin zur Atemnot überkommt, wenn sich ihm ein Hund auf 10 Meter nähert. Aber auch übertragene Ängste sind im subjektiven Empfinden der Betroffenen eine massive Beeinträchtigung im Alltag und niemand sucht sich wohl aus, ob und wovor er Angst hat. Ob man mit der Angst leben will oder etwas dagegen unternimmt, ist allerdings eine bewusste Entscheidung.
Wo endet die Vorsicht bzw. die Furcht und wo beginnt die übertriebene Angst
Bei Ängsten, egal wovor, spricht man ab einer gewissen Stärke der Ausprägung von psychischen Erkrankungen, konkret dann, wenn die Angst im Verhältnis zur tatsächlichen Bedrohung unangemessen und übersteigert ist. Rund 10% der Bevölkerung leidet mindestens einmal in Leben an solchen Angststörungen. Aber egal wovor man Angst hat, es gilt zu bedenken, dass uns solche Ängste oft daran hindern, ein unbeschwertes Leben zu führen, speziell wenn es Ängste sind, denen man im Alltag oft ausgesetzt wird. Hat man etwa Angst vor großen Höhen, ist es ein Leichtes, sich von Situationen fernzuhalten, die eine solche Angstattacke auslösen können. Hat man allerdings Angst vor engen Räumen (Lift), vor dem Autofahren oder dem Straßenverkehr, vor Spinnen oder auch vor Hunden, wird es schon schwieriger und die Lebensqualität leidet darunter. Und bei knapp 40.000 in Tirol gemeldeten Hunden wird man es nicht schaffen, Situationen permanent zu vermeiden, in denen man einem der kleinen Kuschelmonster begegnet.
Angst muss nicht sein
Wer sein Leben nicht in ständiger Angst verbringen will, der kann etwas dagegen unternehmen. Bei schweren Angststörungen sollte man sich auf alle Fälle in die Hände von Spezialisten begeben. Sind die Ängste noch im unterschwelligen Bereich, kann man sich im ersten Schritt auch versuchen selbst voran zu bringen. Bei Angst vor Hunden haben wir folgende Tipps für Sie zusammengestellt:
Was tun gegen Angst vor Hunden
Sehr gerne unterstützen wir Sie mit unseren Kontakten und unseren Netzwerk Ihre Angst vor Hunden loszuwerden. Kontaktieren Sie uns einfach.
Der Verein Sicheres Tirol (https://www.sicheres-tirol.com/) hat zum richtigen Umgang von Kindern mit Hunden ein Kinderbuch aufgelegt, dass Sie dort direkt anfordern können und welches in Kindergärten und Schulen verteilt wird. richtiger-umgang-mit-hunden
