Mantrailing

ist eine faszinierende Hundesportart, bei der der außergewöhnliche Geruchssinn des Hundes genutzt wird, um eine vermisste Person anhand ihres individuellen Geruchsprofils zu finden. Ursprünglich für Rettungs- und Polizeihunde entwickelt, hat sich Mantrailing zu einer beliebten Beschäftigung für Hunde aller Rassen und Größen entwickelt. Diese Sportart fordert sowohl die Nase des Hundes als auch das Zusammenspiel zwischen Hund und Halter heraus, während sie gleichzeitig das natürliche Suchverhalten des Hundes fördert.

Die Grundlagen des Mantrailings

Mantrailing basiert auf der Fähigkeit des Hundes, einen spezifischen menschlichen Geruch – das sogenannte Geruchsprofil – zu erkennen und zu verfolgen. Dieser Geruch wird von Hautschuppen, Schweiß und anderen Körperpartikeln einer Person bestimmt. Bei der Übung wird der Hund zu Beginn der Suche an einem Gegenstand schnüffeln gelassen, der den Geruch der zu suchenden Person enthält (z. B. ein Kleidungsstück), und verfolgt dann deren Spur, auch über große Entfernungen hinweg.

Arten von Übungen

Im Mantrailing gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen und Szenarien, die je nach Trainingsstand des Hundes und den Bedingungen angepasst werden können. Typische Übungen umfassen:

  1. Stadt- und Geländesuche
    Mantrailing kann sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten durchgeführt werden. In der Stadt muss der Hund lernen, Gerüche durch Straßenverkehr, Passanten und andere Umwelteinflüsse zu verfolgen. Auf dem Land hingegen gibt es oft weniger Ablenkungen, aber die Herausforderungen des unebenen Geländes oder der Vegetation.
  2. Alte und frische Spuren
    Die Schwierigkeit kann gesteigert werden, indem der Hund sowohl frische als auch mehrere Stunden oder Tage alte Spuren verfolgen muss. Alte Spuren sind diffiziler, da der Geruch sich im Laufe der Zeit verflüchtigt oder überlagert wird.
  3. Verdeckte Person
    Eine klassische Übung besteht darin, dass die vermisste Person sich am Ende der Spur versteckt, z. B. hinter einer Tür, in einem Auto oder in einem Gebäude. Der Hund muss die Person trotzdem eindeutig identifizieren.
  4. Verschiedene Untergründe
    Im fortgeschrittenen Training lernen die Hunde, Spuren auf verschiedenen Untergründen wie Asphalt, Gras, Kies oder Waldboden zu verfolgen. Jeder Untergrund beeinflusst, wie der Geruch sich verteilt und hält, was für den Hund eine neue Herausforderung darstellt.
  5. Unterschiedliche Wetterbedingungen
    Mantrailing kann bei verschiedenen Wetterlagen trainiert werden, wobei Regen, Wind oder Hitze den Geruchssinn des Hundes auf unterschiedliche Weise beeinflussen. Wind verteilt Gerüche, während Regen diese verdünnen kann.

Die Struktur der Prüfungen

Mantrailing-Prüfungen werden nach festen Regeln durchgeführt, bei denen Hund und Halter ihre Zusammenarbeit und den Erfolg der Suche beweisen müssen. Der Hund erhält einen Geruchsgegenstand und muss die Spur der vermissten Person aufnehmen und verfolgen. Die Zeit, die er benötigt, um die Person zu finden, sowie die Genauigkeit seiner Arbeit werden bewertet.

Mantrailing-Prüfungen variieren in Schwierigkeitsgraden, die von Anfänger- bis Fortgeschrittenen-Level reichen. Die Aufgaben werden immer komplexer, je höher das Level, z. B. durch längere Strecken, ältere Spuren oder anspruchsvolleres Gelände. Die Zusammenarbeit zwischen Hund und Halter ist hierbei entscheidend, da der Halter den Hund lesen muss, um ihn richtig zu führen, ohne die Suche zu stören.

Voraussetzungen und Anforderungen

Mantrailing ist eine Hundesportart, die für Hunde aller Rassen und Altersgruppen geeignet ist. Besonders Hunde mit einer ausgeprägten Nase, wie Bloodhounds, Schäferhunde oder Retriever, zeigen oft großes Talent für diese Disziplin, aber auch Mischlinge und kleinere Rassen können erfolgreich im Mantrailing sein.

Der Hund sollte Freude an der Nasenarbeit und der Suche haben, während der Halter lernen muss, die Körpersprache des Hundes zu interpretieren, um ihn in die richtige Richtung zu lenken. Mantrailing erfordert keine besondere körperliche Fitness des Hundes oder Halters, ist aber dennoch eine herausfordernde und anspruchsvolle Tätigkeit, die viel Konzentration und Geduld erfordert.

Fazit

Mantrailing ist eine anspruchsvolle und zugleich spannende Hundesportart, die den natürlichen Instinkten und Fähigkeiten des Hundes gerecht wird. Es stärkt die Bindung zwischen Hund und Halter und fördert das Vertrauen und die Zusammenarbeit. Für Hunde, die gerne ihre Nase einsetzen, bietet Mantrailing eine hervorragende Möglichkeit, geistig gefordert zu werden, während sie gleichzeitig eine sinnvolle und lohnende Aufgabe ausführen. Auch wenn der Ursprung des Mantrailings im Rettungswesen liegt, bietet diese Sportart heute eine wunderbare Freizeitbeschäftigung für Hunde und ihre Menschen.

Hund und Mensch Tirol e.V.

Für ein Miteinader von HundehalterInnen und Nicht-HundehalterInnen und eine artgerechte, tierschutzkonforme Haltung von Hunden in Tirol.